Sècheresse
1 October 2026

Wasser ist knapp. Und unsere Aufgabe ist lebenswichtig.

Ende September verabschieden wir uns von einem Sommer, wahrscheinlich einem der heißesten, der je in Frankreich und Europa gemessen wurde und der durch lang anhaltende Hitzewellen, Dürre und Brände gekennzeichnet war. Solche Hitze- und Dürreperioden sind keine isolierten Ereignisse: Sie gehen einher mit einem dauerhaft etablierten Klimawandel, der zu heftigen Unwettern führt.

Wasser ist knapp, selbst in Frankreich!

Auch nach einem regnerischen Winter, der die Grundwasserspiegel aufgefüllt hat, gab es in den meisten Regionen in diesem Sommer Wassernutzungsbeschränkungen oder sogar -verbote. Diese Ereignisse machen eine lange unterschätzte Wahrheit sichtbar: Wasser ist keine im Überfluss vorhandene Ressource, die immer zur Verfügung steht, sondern knapp und wertvoll: Und genauso müssen wir sie behandeln und nach ihrem Wert einsetzen. Unsere Gesellschaft hat sich lange darauf verlassen, dass Wasser unerschöpflich ist, aber dieser Mythos ist nicht mehr aufrecht zu erhalten.

In Guadeloupe zeigt sich wie im Zeitraffer, was eine längere Mangelinvestition in Wasserversorgungsnetze zur Folge hat. Auf dem Archipel liegt die Verlustrate in den Versorgungsnetzen bei 60 bis 70 % (Cour des comptes, 2025). Obwohl die Wasserressourcen reichlich sind, bringt die "Rotationsversorgung" (Verteilung in wechselnden Sektoren) mehrere Stunden am Tag, manchmal mehrere Tage hintereinander, Zehntausende von Einwohnern um die Versorgung mit fließendem Wasser. Das ist für die Bewohner eine unhaltbare Situation. Allzu oft verbergen sich hinter dem Begriff "Knappheit" tatsächlich fehlende Investitionen, Wartungs- und Managementmängel.

Maß halten - ja. Vor allem in die Versorgungsnetze investieren und sie instand halten.

Wir alle müssen aufmerksam bleiben: unsere Gewohnheiten überdenken, ökonomisch mit der Ressource umgehen, sparsame Geräte wählen. Aber maßvolles Verhalten wird nicht ausreichen. Man kann nicht einfach von den Endkunden verlangen, ihren Verbrauch zu reduzieren, wenn gleichzeitig ein erheblicher Teil des entnommenen, aufbereiteten und transportierten Wassers weiterhin im Untergrund versickert.

Und das ist die eigentliche Verschwendung: Seit Jahrzehnten sind die Investitionen in die Versorgungsnetze trotz ständiger Ankündigungen und Pläne weit hinter dem Bedarf zurückgeblieben — nicht weil die Gemeinden, angesichts der Größe der Aufgabe oft überfordert, nicht willens wären, sondern weil es keine nationale Priorität gibt, die der Herausforderung gerecht würde. In Frankreich gibt es Trinkwasserleitungen von fast einer Million Kilometer Länge — das entspricht der Länge des gesamten nationalen Straßennetzes. Bei weniger als 0,7 % Sanierungsvolumen pro Jahr würde eine komplette Erneuerung fast 150 Jahre dauern, während die Lebensdauer der Leitungsnetze bei 50 bis 70 Jahren liegt. Derzeit ist fast die Hälfte des französischen Leitungsnetzes über 40 Jahre alt. Ergebnis: Mehr als jeder fünfte Liter geht unterwegs verloren — das entspricht über einer Milliarde Kubikmetern pro Jahr oder 1.100 olympischen Schwimmbecken pro Tag! Damit könnten 18,5 Millionen Menschen versorgt werden.

Sollte man überhaupt Wasser aufbereiten, wenn jeder fünfte Liter nie beim Endkunde ankommt?

Dieser kumulierte Investitionsrückstau — eine Art "graue Schuld", so lange unsichtbar, wie die Rohrleitungen noch funktionieren und genügend Wasser vorhanden ist — rächt sich in Zeiten von Engpässen und Versorgungsunterbrechungen. Eine 2022 für den Verband der Wasserunternehmen Union Nationale des Industries et Entreprises de l'Eau (UIE) von der Wirtschaftswissenschaftlerin Maria Salvetti (OECD) durchgeführte Studie schätzte das jährliche Investitionsdefizit auf 4,6 Milliarden Euro für Trinkwasser-, Abwasser- und Regenwasserleitungen — davon entfallen allein 1,8 Milliarden auf das Trinkwassernetz. Es wird zwingend notwendig, dies zu einer echten nationalen Priorität zu machen: nachhaltige Mobilisierung, eine langfristige staatliche Strategie, Engagement und Begleitung der Gemeinden sind die Voraussetzungen dafür.

Verwaltung der Versorgungsnetze: eine Herausforderung für Regionen, für Sicherheit und Souveränität.

Denn Wasser ist nicht nur ein technisches Thema: Wasser ist ein soziales Gemeinschaftsgut, das mit Wirtschaft und Politik zu tun hat. Die ländlichen Gebiete — lange Wasserleitungen, wenige Anschlüsse, begrenzte Mittel — stehen in der ersten Reihe. Eng verbunden damit ist auch die Sicherheitsfrage: Man braucht Wasser zum Leben, zur Brandbekämpfung, für Unternehmen und Handel. Und schließlich geht es um die industrielle Souveränität: Für die dauerhafte Reparatur unserer Versorgungsnetze bedarf es zuverlässiger und rückverfolgbarer Technik, die auf der Grundlage der tatsächlichen Kosten ihres gesamten Lebenszyklus ausgewählt werden sollte — und nicht nur aufgrund des bei der Ausschreibung oder beim Erwerb angebotenen Preises. Der Schutz unseres industriellen Know-hows im Bereich Wasser, einer französischen Spitzenbranche, der Schutz unserer Arbeitsplätze und unserer Verankerung in den Regionen mit bewährten und nachhaltigen technischen Serien angesichts eines Wettbewerbs, der allzu oft nur den Preis im Blick hat: Auch das macht unsere Versorgungssicherheit und unsere Souveränität aus. Es ist ein Gemeinschaftsgut, das wir unseren Kindern hinterlassen.

Wasser erfordert eine langfristige Perspektive.

Diese Erkenntnis muss in eine langfristige Wasserpolitik einfließen. Von der knappen, äußerst lebenswichtigen Ressource ist jedes Zahnrädchen unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaft abhängig. Dies ist eine nationale Herausforderung für die Zukunft Frankreichs und eine lokale Herausforderung für jede Gemeinde, Wasser nach seinem tatsächlichen Wert nutzungsabhängig zu bezahlen, damit in die Versorgungsnetze investiert, die Qualität gewährleistet und die Verluste drastisch reduziert werden können.

Der Stellenwert der Wasserwirtschaft war noch nie so bedeutend.

Wir bei Claire erfüllen zusammen mit allen engagierten französischen Akteuren der Wasserwirtschaft eine wesentliche Aufgabe bei Gemeinden und Betreibern, indem wir qualitativ hochwertige Technik zur Verfügung stellen, um die Versorgungsnetze auszurüsten und zu erneuern, das Wasser zuverlässig und nachhaltig bei geringstmöglichen Verlusten zu verteilen und die Überwachung und Verwaltung dieser Leitungsnetze möglich zu machen — damit jeder investierte Euro so effizient wie möglich eingesetzt wird.

Damien Verhée, Präsident von Claire